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Infinitely Hungry

Ich aß mein Eis immer warm. Kein Akt der mikroskopischen Rebellion, ich mochte es einfach warm. Ich mochte den Geschmack von schmelzender Solidität. Einfach zu wissen, dass etwas ganz ist und man es verformen kann, in etwas größeres, ohne es zu zerbrechen, dieser Gedanke gefiel mir. Ich mochte warmes Eis, denn der Winter in mir stieg im Sommer auf. Ich habe es über dem Feuer schmelzen lassen, und eines Tages, als ich das tat, trat etwas ein, das mich alles vergessen ließ und das Eis in meiner Hand verdampfte. Ich frage mich oft, wann der Tag eingetroffen war, an dem ich kein Eis mehr mochte. Wann dieses Etwas eintrat, das Überhand von mir nahm. Ich verbrenne Kalorien nicht mehr aus Spaß oder Genuss, sondern aus Zwang. Ich kann mich an keinen Zeitpunkt erinnern, in dem ich sagte "Ich höre jetzt auf zu essen". Es kam nicht plötzlich,  unerwartet von hinten, sondern kroch langsam in mich hinein. Im Französischen sagt man j'ai faim. Ich bin Hunger. Wir Deutschen haben bloß Hunger, es ist unlogisch, denn irgendwann wird man zum leibhaftigen Hunger. Ich weiß nicht, warum. Ich weiß nicht, warum ich aufgehört habe zu essen. Es macht mich fertig, dass es so sinnlos erscheint, dieser radikale Entschluss. Ich kann mich an keinen Grund erinnern. Irgendwann war ich es einfach. Und jedes Mal, wenn ich versuche, es aus mir heraus zu schneiden, schneide ich auch einen Teil von mir heraus, verstümmle mich selbst und liege noch Wochen danach blutend und kraftlos am Boden. Partieller Selbstmord.

Kommentare:

  1. Es tut mir so Leid, dass ich hier gar nicht mehr kommentiert habe oder dass ich noch nicht mal alles gelesen habe (was ich nachholen werde!).
    Was meinst du damit, dass dich keiner fragt? Fragt wie es dir geht oder dass du immer mit demjenigen reden kannst?
    Danke für deine immer wiederkehrenden lieben Worte, das baut einfach auf.
    Nun.. zu dem Vertrauen. Hier fällt es mir leichter. Das liegt vielleicht an der Anonymität oder einfach daran, dass viele so wie ich empfinden. Das hier scheint fast gar nicht.. "real", verstehst du? ^^'

    Dein Text oben.. der trifft's. Ich weiß gar nicht genau was, aber da kommt ein Gefühl des Verständnisses rüber.
    Und es macht mich immer wieder traurig, wenn ich soetwas lese. Ich wünsche dir mehr Kraft, das hier durchzustehen..
    Okay, ich hab nur verwirrendes Zeug geschrieben, aber danke. (:

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  2. Ich habe dich sehr Lieb<3

    Ich habe ihr geschrieben, dass ich nun nicht mehr wisse welche worte sie von mir hören will.
    Ich sagte ihr ja das es viele Worte sind.
    Und jetzt finde ich das meine Worte zu voreilig waren, sie hat gar keine Möglichkeit zu verstehen, warum ich so schrieb.
    Vielleicht antwortet sie mir deshalb nicht.

    Ma sehn.

    Am gesündesten wäre es loszulassen, was Basti angeht, denn es hat nicht die richtigen vorraussetztungen.

    Wie geht es dir?
    Du kannst mir gerne schreiben, wenn du magst <3

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    1. Hey Maus,
      Ja da hast du etwas falsch verstanden.
      Also der Stationäre Aufenthalt. Das wäre eine Traumatherapie und da kann man mir besser helfen als meine Therapeutin ambulant.
      Da abzunehmen. Nein. Eigentlich ist es mir Grad egal, nur ich hab es halt oft im Hinterkopf, weil ich nie so dick sein will wie meine Familie.
      Weißt du?

      Ich geh dann jetzt ma nach Hause.
      Wie wars bei deiner Mum?

      Drück dich fest<3

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  3. Also eigentlich wollte ich irgendwas mit dem Wortstamm Chrom... nehmen, chromos oder chroma oder so heißt ja Farbe, und weil ich eben deshalb verwirrt war und das auch zu lange war, hab ich das Einfachste genommen, war mir entgegenkam... aber ich mag deine Interpretation mehr :)

    Ja, aber das ist auch das Interessante daran, aber richtig "wissen, wo man ist" tut man nicht und das verstört einen wohl auch so... ich reise auch sehr gern, aber in letzter Zeit macht mir alles irgendwie Angst, ich weiß auch nicht... von den letzten Malen mochte ich London am meisten (letztes Jahr) :)
    Das näheste bei mir ist auch München, ich wohne.. etwas oberhalb :D Aber ich hoffe, dass das bei euch klappt, und selbst wenn ich nicht hin kann, freu ich mich total aufs Album!

    Das hier macht mich nachdenklich. "der Winter in mir stieg im Sommer auf"... und auch der Rest. Ich werde Gedanken nachreichen. Es ist schön und traurig, ich hoffe, es geht dir gut.

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  4. Hey meine liebste Fee,
    Ich denk an dich<3

    Wie geht es dir ?

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  5. Danke, du bist so eine tolle Person. Immer hilfsbereit, unglaublich. Ich hatte übrigens Glück, beide verstehen sich nicht nicht.. ich hoffe du verstehst, was ich meine :-)

    LG !!!

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  6. Liebe Fee
    Weißt du, ich möchte das du weißt das ich an dich denke.
    Es gibt Tage an denen geht es einem nicht gut, es gibt Tage an denen sind Worte schwer zu ertragen.
    Solche Tage und viele mehr, gehören zum Leben dazu.
    Ich möchte dir Mutmachen und dir zeigen das du wichtig bist.
    Ich weiß das du meine Worte grade vielleicht nicht brauchst, aber du sollst die Möglichkeit bekommen sie dir durchzulesen, wann immer du willst.

    Und wenn du magst, wenn es dir besser geht dann würde ich dich unheimlich gerne Fragen wie es dir geht?
    Was dich so aus der Bahn warf?

    Ich hab dich unglaublich Lieb<3

    Deine Amy

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  7. Wahre Worte: "irgendwann wird man zum leibhaftigen Hunger". Die Franzosen haben es anscheinend verstanden. Und die Christen haben es direkt als Todsünde angeprangert. Und irgendwie trifft es das ja auch ganz gut, denn der leibhaftige Hunger ist definitiv näher am Tod als am Leben.
    <3

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  8. das ist wunderschön, ich kann richtig mitfühlen<3

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Vielen Dank für jeden Kommentar ♥
Ich behalte es mir allerdigs vor, Anfragen auf gegenseitiges Verfolgen etc entweder zu ignorieren, entzürnt zu reagieren oder es einfach zu löschen. Comprende?